Hispanistik


hispanistik in deutschland

Von philologischer Präzision zu neuen Perspektiven auf die hispanische Welt


Die Hispanistik in Deutschland blickt auf eine lange Tradition zurück, die bis ins 19. Jahrhundert reicht, als die deutsche Romanistik entscheidend zur wissenschaftlichen Erforschung der hispanischen Sprachen und Literaturen beitrug. Seither spielen die deutschen Universitäten eine wichtige Rolle bei der Etablierung der Hispanistik, bilden Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus und pflegen dauerhafte akademische Beziehungen zu Spanien und Lateinamerika.

Zu den zentralen Forschungsgebieten gehören die historische und vergleichende Sprachwissenschaft, Grammatik, Lexikografie, spanische und hispanoamerikanische Literatur, Übersetzung, Sprachgeschichte, Textkritik sowie die Rezeption der hispanischen Kultur im deutschsprachigen Raum. In den vergangenen Jahrzehnten ist dieses Spektrum um neue Perspektiven erweitert worden, darunter Kulturwissenschaften, Komparatistik, Übersetzungswissenschaft, Filmwissenschaft, transatlantische Studien und Digital Humanities.

Die deutsche Hispanistik zeichnet sich durch die wissenschaftliche Präzision ihrer philologischen Tradition und ihre bedeutenden Beiträge zur Erforschung der spanischen Sprache, des Werks von Autoren wie Cervantes sowie der Kulturgeschichte Spaniens und Lateinamerikas aus. Ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben durch kritische Texteditionen, die Erforschung der spanischen Sprache und die internationale Vermittlung der hispanischen Literaturen und Kulturen eine akademische Tradition von hohem Ansehen mitgeprägt.

Auch heute ist die deutsche Hispanistik trotz des Wandels der Hochschullandschaft und rückläufiger Studierendenzahlen in den traditionellen Philologien wissenschaftlich sehr aktiv und nimmt in zahlreichen Bereichen der Hispanistik weiterhin eine wichtige Stellung ein. Dazu tragen Universitäten, wissenschaftliche Fachverbände, Forschungsnetzwerke sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei, die die Erforschung und internationale Sichtbarkeit der spanischen Sprache und der hispanischen Kulturen kontinuierlich fördern.

 

Buchcover von „Don Quijote von der Mancha“ von Miguel de Cervantes. Vollständige deutsche Ausgabe, übersetzt von Susanne Lange, mit einer Illustration von Don Quijote und Sancho Panza.
ñ-preis

Auszeichnung für besonderes Engagement für die Hispanistik


Der «Premio Ñ» ist eine Auszeichnung, mit der das Instituto Cervantes Persönlichkeiten würdigt, die in besonderer Weise zur internationalen Verbreitung der spanischen Sprache und der hispanischen Kulturen beigetragen haben. Der Preis wurde 2021 anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Instituto Cervantes ins Leben gerufen und würdigt das langjährige Engagement von Forscherinnen, Lehrenden, Übersetzerinnen und Vermittler*innen, die in unterschiedlichen Bereichen und Ländern dazu beigetragen haben, die Kenntnis der spanischen Sprache und der hispanischen Welt zu fördern.

Der Preis wird jährlich verliehen und besteht aus einer Bronzeskulptur, die vom Buchstaben Ñ, einem Symbol der spanischen Sprache, inspiriert ist. Zu den ausgezeichneten Hispanist*innen zählen Barbara Fuchs (2021), Spezialistin für das spanische Goldene Zeitalter; Gabriele Morelli (2022), bekannt für seine Forschungen zur Generation von 1927 und zu den Avantgarden; Dieter Ingenschay (2023), deutscher Hispanist und emeritierter Professor für hispanische Literaturen an der Humboldt-Universität zu Berlin, der sich über viele Jahre für die Vermittlung der spanischen Kultur in Deutschland eingesetzt hat; Park Chul (2024), renommierter Cervantes-Forscher und Übersetzer des Quijote ins Koreanische; sowie María Delgado (2025), Kritikerin und Professorin für Theater und Filmwissenschaft an der University of London, die für ihren Beitrag zur Vermittlung und internationalen Förderung der spanischen Sprache ausgezeichnet wurde.

Mit dem «Premio Ñ» würdigt das Instituto Cervantes die Arbeit all jener, die dazu beitragen, dass die spanische Sprache und die hispanischen Kulturen weltweit präsent und bekannt bleiben.

Fotografie von König Felipe VI. und Königin Letizia zusammen mit dem deutschen Hispanisten Dieter Ingenschay.
die «tribunas del hispanismo»

Hispanistik im Dialog


Die «Tribunas del Hispanismo» sind ein vom Instituto Cervantes organisiertes Dialogforum, das renommierte Hispanist*innen aus aller Welt zusammenbringt. In Podiumsdiskussionen und Fachgesprächen vermitteln die Foren Einblicke in die Geschichte, Entwicklung und Besonderheiten der Hispanistik in verschiedenen Ländern und Regionen und würdigen zugleich die Arbeit derjenigen, die zur Erforschung und Verbreitung der hispanischen Sprachen und Kulturen beitragen.

Zu den bisherigen Veranstaltungen zählt die 2019 ausgerichtete «Tribuna del Hispanismo Alemán», an der die Hispanist*innen Dieter Ingenschay, Susanne Zepp-Zwirner und Marco Thomas Bosshard teilnahmen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Entwicklung, die aktuelle Situation und die Herausforderungen der Hispanistik in Deutschland.

hispanist*innen im cervantes

Die Stimmen der Hispanistik

Interview mit Dieter Ingenschay (auf Spanisch)

Interview mit Sir John H. Elliot (auf Spanisch)

Intervies mit Pasuree Luesakul (auf Spanisch)

«Hispanistas en el Cervantes» ist eine Interviewreihe mit renommierten Hispanist*innen aus aller Welt. Im Mittelpunkt stehen das Profil und die Arbeit der Hispanistik in den jeweiligen Ländern sowie der persönliche und wissenschaftliche Werdegang der interviewten Person.

Die Reihe umfasst Gespräche mit Dieter Ingenschay (Deutschland), Adrian Shubert (Kanada), Bi Drombé Djandué (Elfenbeinküste), David T. Gies (Vereinigte Staaten von Amerika), Jean Caravaggio (Frankreich), Daisy López (Philippinen), Angélica Alexopoulou (Griechenland), Juan Bautista Osubita Asam (Äquatorialguinea), Vibha Maurya (Indien), Ian Gibson (Irland), Shmuel Refael (Israel), Maria Caterina Ruta (Italien), Hossain Bouzineb (Marokko), Sergiu Pavlicenco (Moldau), Hub Hermans (Niederlande), Jan Kieniewicz (Polen), Maria Fernanda de Abreu (Portugal), Sir John H. Elliot (Vereinigtes Königreich), Svetlana Piskunova (Russland), Ndioro Sow (Senegal), Pasuree Luesakul (Thailand) und Raja Yassine Bahri (Tunesien).