Bibliothek

BIBLIOTHEK JUAN GELMAN

Unsere Bibliothek ist ein frei zugänglicher Raum und ein Informationszentrum über Spanien und die spanische Welt

Die Bibliothek des Instituto Cervantes in Wien ist dem argentinischen Dichter, Übersetzer und Journalisten Juan Gelman gewidmet. Der Autor erhielt 2007 den Cervantes-Preis für „sein Engagement mit der Realität“, das aus seinem Werk hervorgeht, und dafür, dass es ihm gelungen ist, in sein poetisches Denken „seine schreckliche persönliche Geschichte“ zu integrieren.

[Bestand]

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Bestand und Sammlungen


Die Bibliothek des Instituto Cervantes in Wien hat ihre Ursprünge im Jahr 1978, als das damalige Spanische Kulturinstitut von Ihren Majestäten, den Königen von Spanien, eröffnet wurde. Seitdem hat sie eine spezialisierte Sammlung entwickelt, die darauf abzielt, die Sprache und die Kulturen Spaniens und Lateinamerikas in Österreich zu verbreiten.

Derzeit beherbergt die Bibliothek etwa 33.000 Dokumente in verschiedenen Formaten. Ihre Bestände bieten eine vielfältige und aktuelle Sicht auf die hispanische Welt, mit Werken auf Spanisch und in den anderen Amtssprachen Spaniens, Katalanisch, Galicisch und Baskisch, sowie Übersetzungen ins Deutsche von spanischen und hispanoamerikanischen Autoren und umgekehrt. Außerdem gibt es Dokumente in Brailleschrift und eine bemerkenswerte lokale Sammlung, die den historischen und kulturellen Beziehungen zwischen Spanien und Österreich gewidmet ist.

Die Bestände der Bibliothek sind in verschiedene Sektionen gegliedert:

  • Nachschlagewerke.
  • Spanische und spanischamerikanische Literatur.
  • Materialien zum Lehren und Lernen von Spanisch, Katalanisch, Galicisch und Baskisch.
  • Geschichte, Kunst und Sozialwissenschaften.
  • Kinder- und Jugendliteratur.
  • Übersetzungen spanischer Literatur ins Irische und Englische.
  • Kino, Filme und Dokumentationen.
  • Spanische und spanischamerikanische Musik.
  • Kulturzeitschriften.

Außerdem gibt es eine Lokalsammlung, die verschiedene Dokumente über die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Spanien und Österreich im Laufe der Geschichte zusammenfasst.

[Kontakt und Öffnungszeiten]

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Kontakt
Días de apertura

Öffnungstage

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag

Von 10:30 bis 13:30 Uhr

Von 14:00 bis 18:00 Uhr

Sommerzeit

Von 10:30 bis 13:30 Uhr

Von 14:00 bis 18:00 Uhr

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[FAQ]

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[Biografie]

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Biografie von Juan Gelman


Juan Gelman Burichson, (Buenos Aires, 3. Mai 1930 – Mexiko, 14. Januar 2014). Argentinischer Dichter, Übersetzer und Journalist, gilt als der wichtigste Dichter seiner Generation.

Sohn ukrainischer jüdischer Einwanderer, hatte Juan Gelman mehrere Berufe, unter anderem als Lkw-Fahrer, bevor er sich dem Journalismus widmete. Wegen seiner journalistischen und politischen Tätigkeit lebte er zwischen 1975 und 1988 im Exil und wohnte abwechselnd in Rom, Madrid, Managua, Paris, New York und Mexiko; während seiner Abwesenheit aus Argentinien wurde er sogar von der argentinischen Diktatur zum Tode verurteilt. Er erlebte das Drama der „Verschwundenen“ hautnah, als sein Sohn und seine hochschwangere Schwiegertochter in diese schmerzliche Liste aufgenommen wurden. Seine Enkelin, die im Gefangenschaft geboren wurde, wurde von einer uruguayischen Familie adoptiert, und erst 20 Jahre später konnte sie die Geschichte ihrer Eltern erfahren.

In seiner Jugend arbeitete er für die Zeitung Rojo y negro. Er war einer der Gründer der Dichtergruppe „El pan duro“ und war außerdem Redaktionssekretär bei Crisis, Leiter des Kulturteils von La Opinión und Chefredakteur bei Noticias. Außerdem arbeitete er als Übersetzer bei der UNESCO. Seit 2007 arbeitet er mit der Zeitung aus Buenos Aires, Página 1/2, zusammen.

 

 

Seine Werke als Dichter werden dem kritischen Realismus zugeordnet. Er selbst definiert die Präsenz des Alltäglichen und die darin enthaltenen Wunder als Konstante seines Schaffens. Der politische Ton, die Anklage der Ungerechtigkeit und die Empörung darüber sind auch wichtige Elemente in einem großen Teill seiner Gedichte. Er versucht, in seinen Werken durch den kritischen Realismus und die Intimität eine transzendente Sprache zu finden, wodurch er einen ganz eigenen Stil erreicht.

Von seinen Werken sind besonders folgende hervorzuheben: „Violín y otras cuestiones”, „El juego en que andamos”, „Velorio del solo”, „Gotán”, „Sefiní”, „Cólera Buey”, „Los poemas de Sidney West”, „Traducciones”, „Fábulas”, „Relaciones”, „Hechos y relaciones”, „Si dulcemente”, „Citas y comentarios”, „Exilio” (in Zusammenarbeit mit dem argentinischen Journalisten Osvaldo Bayer geschrieben), „Hacia el sur”, „Com/posiciones”, „Carta a mi madre” und „País que fue será”.

Die Anthologie „Pesar todo“ wurde mit dem Preis für Poesie José Lezama Lima, verliehen von der Casa de las Américas cubana, ausgezeichnet. 2005 erschien eine neue Anthologie mit dem Titel “Oficio ardiente”, mit einem Vorwort der Dichterin María Ángeles Pérez López, die Gedichte aus einem Zeitraum von 50 Jahren sowie auch einige bis dahin unveröffentlichte Werke in sich vereint.

Gelman schrieb auch zwei Opern („La trampera general“ und „La bicicleta de la muerte“) sowie zwei Kantaten („El gallo cantor“ und „Suertes“), und einige LPs mit der Musik von Juan Carlos Cedrón.

Außer dem Juan Rulfo-Preis (2000) wurden dem Dichter diverse andere Auszeichnungen verliehen, von denen hier nur der Premio Nacional de Poesía (1997) und der Preis Reina Sofía de Poesía Iberoamericana (2005) hervorgehoben werden sollen. Letzteren erhielt er für seine ganze künstlerische Laufbahn, im Besonderen für sein Wirken als Zeitzeuge und das Aufzeigen der Spannungen seiner Zeit. Das Werk Juan Gelmans wurde in zehn Sprachen übersetzt. Vor kurzem verlieh ihm die Stadt Buenos Aires den Ehrenbürger-Titel (ciudadano ilustre).

Am 29. Dezember 2007 wurde Gelman mit dem Premio Cervantes 2007 ausgezeichnet, der als wichtigste Auszeichnung für spanische Literatur angesehen wird. In der Begründung wird besonders hervorgehoben, dass Gelman sich der Realität verpflichtet fühlte und sein schreckliches Schicksal in sein dichterisches Schaffen einzubinden wusste.

2009 wurde ihm der Premio Antílope Tibetano der Vereinigung der Dichter Chinas verliehen.

Juan Gelman verstirbt am 14. Januar 2014 im Beisein seiner Familie in México-Stadt, wo er seit 1988 lebte.